Sein-Können
Die ontologische Grundfrage des Menschseins: Kann ich sein – in dieser Welt, mit ihren Bedingungen und meiner Ausstattung? Erst wenn diese Frage mit einem Ja beantwortet werden kann, wird Motivation überhaupt möglich.
Die Stockwerke der 1. GM · von Reaktion zur Tiefe
Schlüsselbegriffe
Die zwei Wurzeln des Könnens
Jede Motivation – und damit jede Blockade – hat zwei Seiten:
Freiheit ist nach Längle das Zusammentreffen von Möglichkeit und Fähigkeit. Pathologie kann auf beiden Wurzeln entstehen – als subjektives Nicht-Können (Ohnmacht, Schwäche) oder als objektive Verunmöglichung (übermächtige Bedingungen).
Fall-Beispiele
„Manchmal wache ich nachts auf und denke: ich kann das alles nicht.“
Ein Klient, Mitte 30, beruflich erfolgreich, kommt wegen Schlafstörungen. Im Gespräch wird deutlich: nicht die Arbeit hält ihn wach, sondern eine diffuse Angst, die er kaum benennen kann. „Es ist nicht ein konkretes Problem. Es ist das ganze Leben, das ich nicht zu tragen weiß. Als wäre der Boden weg.“
Die Aussage, die alles ändert
Eine Klientin kommt seit Wochen ins gleiche Klage-Muster: ihre Krankheit (chronisch, unheilbar) sei „nicht auszuhalten“, sie wolle das einfach nicht. Die Therapeutin fragt irgendwann ruhig: „Was würde sich denn ändern, wenn Sie für einen Moment sein lassen, dass es so ist – nicht gut finden, nur: so ist es?“ Schweigen. Dann: „Dann wäre ich nicht mehr ständig gegen mich selbst.“
Verbindungen · was an dieser GM hängt
LB-–-2.-GM-1-–-AUSB-13-–-13.-Aufl-2025.pdf· Hauptquelle, Längle: Lernskriptum 1. GM (Auflage Dezember 2022, Druck 2025)1549107856_LB-6-Praxis-Einfuehrung-6-Aufl-2016-9-1.pdf· Praxis-Einführungsbuch1549110759_EA-Lexikon-12-2016-10-1.pdf· Stichworte: Grundmotivationen, Grundvertrauen, Seinsgrund1549109974_…_11_1_GM-Tisch_02-1.pdf· GM-Tisch