Störungen · Lernfragen

Quiz · Persönlichkeitsstörungen

14 Lernfragen zum Sprint-12-Stoff — Definitionen, Cluster, Therapie-Grundsätze, DD. Anki-tauglich.

Meta · 60-Sekunden-Take

Sammlung zur Prüfungsvorbereitung. Jede Frage steht im Summary — die Antwort öffnet sich beim Aufklappen. Empfohlene Nutzung: Frage lesen, Antwort innerlich formulieren, dann öffnen und vergleichen.

14 Prüfungsfragen

Q1 · Wie lautet Längles Kurzdefinition der Persönlichkeit?

Persönlichkeit ist die in der psychischen Dimension verankerte Struktur der Psychodynamik — eine angeborene und erworbene Erlebnis- und Reaktionsdisposition.

Q2 · Was unterscheidet Persönlichkeitsstörung von Neurose?

Die Neurose enthält eine Stellungnahme (noetisch); die PS ist „haltloses, durch den Reiz entkoppeltes Reagieren mit eingeschliffener, stereotyper Psychodynamik" — die Distanz fehlt.

Q3 · Auf welchen Coping-Reaktionen welcher GM beruht die PS-Dynamik?

Auf den Coping-Reaktionen der 3. GM, vor allem dem Distanz-Gehen gegenüber unerträglichen Schmerzen.

Q4 · Nennen Sie die drei DSM-IV-Cluster mit je einem typischen Bild.

Cluster A „sonderbar" (z.B. paranoid) · Cluster B „dramatisch" (z.B. Borderline, Narzissmus) · Cluster C „ängstlich" (z.B. zwanghaft).

Q5 · Welche vier Gegenreaktionen entsprechen den vier 3.-GM-Untertypen (Längle 2008)?

Hysterie will gesehen, Borderline will gefühlt, Narzissmus will bestätigt, Paranoia will integriert werden.

Q6 · Was meint „Eintrittsstelle" bei der PS-Entstehung?

Die Ebene des primären traumatisierenden Themas bzw. der dispositionellen Schwäche — kann in jeder GM liegen; sekundär werden die anderen GMs mit erschüttert.

Q7 · Nennen Sie fünf der neun DSM-IV-Kriterien für Borderline.

Verzweifeltes Bemühen gegen Alleinsein · instabile Beziehungen mit Idealisierung/Abwertung · Identitätsstörung · Impulsivität · Suizidalität/Selbstverletzung · affektive Instabilität · chronische Leere · Wut-Kontrollprobleme · stressabhängige paranoide/dissoziative Symptome.

Q8 · Welcher Satz gibt nach Längle in der Borderline-Suizidkrise Halt?

Schmerz tötet nicht!" — verbunden mit Freiheit-Geben und Grundwert-Entscheidung.

Q9 · Was bedeutet „Bergen des Inhalts, aber Zurückweisung des Affekts" in der Borderline-Therapie?

Anliegen und Verletzung werden ernst genommen, der überflutende Affekt wird begrenzt: „Ich sehe, dass Sie das beschäftigt — aber braucht's diesen Affekt oder können wir's in Ruhe besprechen?"

Q10 · Warum ist Konfrontation in der Narzissmus-Therapie kontraindiziert?

Sie führt zu Therapieabbruch, Projektion, aggressivem Selbstschutz und Verfestigung. Stattdessen: interpretative Vorgangsweise, sachliche Feststellungen, Neutralität (Masterson) — der Patient als „Co-Therapeut seiner selbst".

Q11 · Wodurch unterscheidet sich eine sachliche Feststellung von Kritik?

Sachlich: „Ich sehe, dass Sie auf gewisse Themen empfindlich reagieren … ich erlebe Sie sehr verletzlich." Kritisch: „Sie sollten sich mehr öffnen." Die Sachlichkeit lässt dem Selbstwert seinen Schutz.

Q12 · Was ist nach Längle die zentrale Hypothese zur Genese der dissozialen PS?

Kontextverlust — fehlende Erfahrung konstruktiver Kontexte plus Beziehungstrauma mit generalisierter Täuschungserwartung führen zur Unfähigkeit, selbst Kontexte zu schaffen.

Q13 · Welche drei Ich-Funktionen sind beim Dissozialen gestört, und welche äußeren Bedingungen entsprechen ihnen?

Selbst-Beachtung (Beachtung von außen, 1. GM) → Identität · Selbst-Achtung (Gerechtigkeit, 2. GM) → Authentizität/Gewissen · Selbst-Wertschätzung (Wertschätzung, 3. GM) → Scham/Autorität.

Q14 · Welche zwei Grundzüge prägen die Dissozial-Therapie?

Parenting (begegnendes Sehen, Führung, Begrenzung) und Kontextualisierung (Milieu von Dazugehören, Gebrauchtwerden, Sinnerfahrung). Trauma- und Deliktreflexion erst nach Aufbau der Ich-Strukturen.

Fall-Beispiel

Fall· Prüfungssimulation

„Wie würden Sie eine PS-Therapie aufbauen?"

Klassische Prüfungsfrage. Erwartete Antwort: Personalisierung als Hauptweg — erst Person, dann Persönlichkeit. Phase 1 Stabilisierung aller vier GMs (Halt, Beziehung, Selbstwert, Sinnaussicht), Dauer 6–24 Monate. Phase 2 Tiefenarbeit am Epizentrum (z.B. 3. GM bei Borderline und Narzissmus, 2. GM bei dependenter Form). Phase 3 erst dann Trauma-Bearbeitung an der Eintrittsstelle. Therapeutische Grundhaltung: bei Borderline „bergen des Inhalts, Zurückweisung des Affekts"; bei Narzissmus Sachlichkeit und Neutralität; bei Dissozial Parenting und Kontextualisierung.

Quellen
  • Längle, A. (2008) · Existenzanalytischer Überblick über die Persönlichkeitsstörungen
  • Gesammelte PDF-Skripte · Sprint 12
  • APA · DSM-IV · WHO · ICD-10