Anthropologie und Person
Die Existenzanalyse fußt auf einem Menschenbild, in dem das Geistig-Personale eine eigenständige Dimension neben Soma und Psyche ist. Die Person ist „das Freie im Menschen“ (Frankl) – das, was sich zu sich selbst und zur Welt verhalten kann.
Die Person zwischen Selbstdistanzierung und Selbsttranszendenz · eingebettet in Soma und Psyche · im Austausch mit der Welt
Die zentralen Begriffe auf einen Blick
Phänomen-Beispiele
„Ich merke gerade, wie wütend ich werde.“
Eine Klientin schildert einen Streit mit dem Partner: „Mitten im Schreien habe ich auf einmal mich selber gesehen, wie ich schreie – und dachte: das bin doch ich, da, das passt gar nicht zu dem, was ich eigentlich will.“
„Eigentlich war es nicht mehr meine Krankheit, die mich getragen hat – sondern dass ich für die Kinder da sein wollte.“
Ein chronisch kranker Patient beschreibt rückblickend die schwerste Phase: nicht ein neues Medikament habe ihn durchgetragen, sondern eine Aufgabe – die Verantwortung für seine zwei Kinder, die ihn jeden Morgen aufstehen ließ.
Verbindungen
- Längle, A. (Hrsg.) (2016). Lexikon der Existenzanalyse und Logotherapie (4., erw. Aufl.). Wien: GLE. Stichworte: Anthropologie, Person, Selbst, Existenz.
- Längle, A. (1993). Wissenschaftlich-psychotherapeutische Theorie des menschlichen Handelns (Curriculum-Skriptum, Kap. 3.1: Persönlichkeitstheorie).
- Längle, A. (1999). Persönlichkeitsdefinition (Curriculum-Handout).
- Längle, A.: Das 4-dimensionale Menschenbild der Existenzanalyse. GLE-Skriptum.
- Frankl, V.E. (1959). Grundriß der Existenzanalyse und Logotherapie. In: Handbuch der Neurosenlehre und Psychotherapie, Bd. III.
- Frankl, V.E. (1975/1990). Der leidende Mensch. Anthropologische Grundlagen der Psychotherapie.