Eine schlanke, gut handhabbare Methode gegen Passivierungsgefühle. Drei Schritte — fest-stellen, sich ein-stellen, sich dazu-stellen. Spezifisch wirksam bei Angst, Depression, generalisierenden Annahmen und Selbstunsicherheit. Die PP ist die Vorläuferin der PEA und teilt mit ihr eine formale Analogie.
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Längle 1987/94/03. Die PP wirkt durch dreifaches Stellung-Nehmen als Person: PP 1 (Position nach außen — Realitätsprüfung: „Stimmt das wirklich? Woran sehe ich das?"), PP 2 (Position nach innen — Selbst-Distanzierung von den eigenen Ansprüchen: „Könnte ich es einmal aushalten?"), PP 3 (Position zum Positiven — Selbst-Transzendenz: „Worum geht es mir eigentlich?"). Als Vorläuferin der PEA teilt sie mit ihr eine formale Analogie; inhaltlich ist sie eine Ausgestaltung des PEA-Schritts 2. PP 3 deckt sich weitgehend mit Frankls Dereflexion.
Die drei Schritte der PP — von der Realitätsprüfung zur Wertorientierung
Wann PP, wann PEA?
Die PEA ist die umfassendere Methode. Die PP ist schlanker und schneller wirksam. Wann was?
PP indiziert bei
Blockaden durch Ohnmachts- und Passivierungsgefühle; generalisierende Annahmen und Überzeugungen („immer", „nie", „alle"); irrational beliefs („wenn mich nicht alle lieben, bin ich nicht liebenswert"); depressiven Stimmungen; Situationen, wo man nicht wirklich Position bezieht (Aufschieben, diffuses Ausgeliefertsein). Klinisch besonders: Ängste, Depressionen, Krisen.
PEA indiziert bei
tieferer Bearbeitung biographischer Themen, Konflikten, Entscheidungsprozessen. Wo Raum und Zeit für vier Schritte da sind.
Kombination
Häufig: PP zur ersten Stabilisierung, dann PEA für die Tiefenarbeit. PP kann im Verlauf einer PEA als Vertiefung des zweiten Schritts integriert werden. Sie schafft generell einen Rahmen für therapeutische Aufarbeitung, weil sie Problembereiche definiert; auch als Übungsrahmen in längeren Therapien einsetzbar.
Die PP ist eine ressourcenorientierte Methode — und damit besonders für die Beratung geeignet: es geht in ihr nicht um die Aufarbeitung von Störungen, sondern um die Befähigung der Person, um die Mobilisierung des „Trotzdem-etwas-tun-Könnens", der Franklschen „Trotzmacht des Geistes". Auch für Krisenintervention ist sie gut geeignet, wenn es „dramatisch" zugeht (z.B. eine Scheidungsandrohung, die jemanden in Panik versetzt) — sie verschafft rasch Festigkeit und Halt. Dabei gilt: Die PP „bedarf mehr an ‚gesunden Ich-Funktionen', als es bei der PEA erforderlich ist" (Längle 1994); Basis der Methode ist die Fähigkeit zur Selbstdistanzierung.
Die drei Schritte im Detail
1Position nach außen · Fest-stellen
Was ist real der Fall? Realitätsprüfung. Der Klient ist in einer Angst- oder Depressions-Schleife mit generalisierenden Annahmen — „alle anderen sind besser", „ich werde versagen", „mich kann niemand ernst nehmen". Der erste PP-Schritt prüft: stimmt das? Tatsächlich? Woran kann man das sehen?
Das Ziel ist nicht Beruhigung („so schlimm ist es ja gar nicht"), sondern nüchterne Aufstellung der Tatsachen. Was ist real? Was ist befürchtet? Was ist generalisiert?
Wirkung: Abgrenzung, situative Entflechtung, Schutz. Der Klient kommt aus dem Sog der Verzerrung heraus.
Typische Fragen:
„Was ist das, was da Angst macht? Stimmt das wirklich?"
„Woran sehen Sie das? Welche konkreten Anzeichen?"
„Was kann real passieren? Wie wird es real ablaufen?"
„Woher nehmen Sie das ‚Wissen', dass das passieren könnte? Ist es ein Wissen?"
Hinter der „Wissens"-Frage steht das Durchbrechen der pathologischen Erklärungen, die auf hohem Angstniveau entstanden sind und scheinbare „Sicherheit" geben — nach der in der ängstlichen Verunsicherung umso heftiger gegriffen wird, was die Angst im Teufelskreis erst recht steigert. Zu lernen ist das Aushalten der Unsicherheit, das Offen-lassen-Können der Dinge.
2Position nach innen · Sich ein-stellen
Was, wenn es schiefginge? Selbst-Distanzierung von den eigenen Ansprüchen. Der Klient wird eingeladen, sich vorzustellen, dass das Befürchtete tatsächlich einträte — und zu prüfen, ob er es aushalten könnte.
Das ist paradox: nicht „beruhige dich, es wird nicht passieren", sondern „angenommen, es passiert — könntest du damit umgehen?". Diese Frage führt aus der Vermeidungs-Schleife heraus. PP 2 enthält eine Revision der Haltung und ein Loslassen: Ich gebe mich in die reale Situation, lasse ab von Erwartungen und Illusionen — Selbstwahrnehmung und Selbstannahme führen zur Werterelativierung.
Die Kernfigur ist das „einmal": „Könnten Sie es einmal aushalten, dass das Befürchtete eintritt? Könnten Sie für dieses eine Mal darauf verzichten?" Längles Merkformel: Einmal ≠ keinmal — 1 × = 100 ×! Wenn ich es einmal kann, kann ich es hundertmal; der Schritt von 0 auf 1 ist größer als der von 1 auf 100. Es ist die Anfrage an die Bereitschaft, zu sich zu stehen und seine Schwierigkeit anzunehmen — die Aktivierung der Person.
Wirkung: innere Freigabe. Die Person stellt sich auf die eigenen Kräfte ein — und merkt, dass sie mehr aushalten kann, als sie dachte. So wird der innere Halt gefunden — die Bearbeitung der Erwartungsangst.
Typische Fragen:
„Brauchen Sie das in dieser einen Situation — muss das bei dieser Gelegenheit passieren?"
„Könnten Sie es in dieser konkreten Situation einmal aushalten, wenn das, was Sie fürchten, eintritt?"
„Wären Sie freiwillig bereit, das Unglück (noch) einmal zu ertragen?"
„Was halte ich selber von dem, was mir da gesagt wird / passieren wird? Stimmt es vielleicht?"
Wenn es hier nicht weitergeht: Ist der Patient nicht bereit oder glaubt er, es nicht einmal ertragen zu können, hat die Methode ihren kritischen Punkt aufgedeckt — ein Trauma bzw. massives Problem ist isoliert. Dann: nachfragen (warum?), und wenn es wirklich nicht geht, Arbeit an der 1. GM (Halt schaffen, Traumatisierungen aufsuchen, biographische Aufarbeitung — Ressourcenarbeit allein reicht nicht). Bei schweren (psychotischen) Ängsten geht die Methode nicht.
3Position zum Positiven · Sich dazu-stellen
Worum geht es mir eigentlich? Selbst-Transzendenz. „Das Positive" meint hier das „Positum" — das Gesetzte, Vorgegebene, Faktische, Wertvolle der Situation. Der Klient richtet seine Aufmerksamkeit weg vom Befürchteten — und hin zum Wert, der ihm in der Situation eigentlich wichtig ist. Was will er? Was ist sein Anliegen?
Das ist der konstruktive Schritt: Zurechtrücken der Perspektive, Bezugnahme zum Halt in der (gefürchteten) Zukunft, zum Sinn der Situation — der existentielle Schritt. Längles Beispiel: Man macht eine Prüfung nicht, um zu erfahren, dass man nicht durchfällt — darum geht es in der Prüfung gar nicht. Ihr Sinn ist, dass man lernt und wiedergibt, was man sich gemerkt hat, um sich in einer Sache zu vertiefen, die einen interessiert.
Wirkung: Stärkung der personalen Intentionalität. Der Klient kommt aus der Abwehr-Logik heraus und in die Werte-Logik hinein.
Typische Fragen:
„Worum geht es Ihnen eigentlich in dieser Situation?"
„Was ist Ihnen daran wichtig?"
„Was wollen Sie?"
„Wofür sind Sie da — was wartet?"
Wichtig: PP 3 deckt sich weitgehend mit Frankls Dereflexion — der Aufmerksamkeit weg vom Symptom und hin zum Wert. Beide Verfahren funktionieren über Selbsttranszendenz.
Ziel und Wirkelemente
Längle (Blatt 1) fasst das Ziel der Methode dreifach: 1. Schutz vor Störeinflüssen — sich nicht irre machen lassen von dem, was alles passieren könnte; Entkoppeln von Gefühlen, damit sie die Handlung nicht blockieren. 2. Aktivierung der Person, dem eigenen Willen zum Durchbruch zu verhelfen. 3. Durchführung eigener Anliegen — Bearbeitung von Einstellungen und kognitiven Schemata. Summe: die Person frei machen, damit sie sich mit ihrer Kraft gegen die innere und äußere Bedrohung stellt und sich mit dem Wert verbinden kann — was sie fest macht.
Wirkelemente
1. Generalisierungen unterbrechen · 2. Entkoppeln von Emotionen ohne direkten Situationsbezug · 3. Neubewertungen (Über-/Unterbewertungen), Haltungen revidieren · 4. Motivationsklärung („Was will ich eigentlich — das Studium fortsetzen oder bei Prüfungen nicht durchfallen?") · 5. Klärung der Situation („Wo stehe ich drin — worin besteht die Forderung?") · 6. Boden und Halt gewinnen durch Beziehen von Positionen.
VertiefungPP bei Angststörungen — der Standardfall
Bei Angststörungen — Panikattacken, Phobien, generalisierte Angst — ist die PP fast immer indiziert. Sie greift genau dort, wo die Angst arbeitet: bei den generalisierenden Annahmen.
Klassische Anwendung:
PP 1: „Stimmt es, dass alle Sie anschauen / dass Sie hier nicht atmen können / dass jetzt etwas passiert?“ — Realitätsprüfung bricht die Hypothese auf.
PP 2: „Angenommen, es würde tatsächlich peinlich werden — könnten Sie das aushalten?“ — Selbst-Distanzierung reduziert die Vermeidungsdynamik.
PP 3: „Was wollten Sie eigentlich tun? Warum sind Sie hier?“ — Wert-Orientierung gibt Boden.
Bei schweren Angststörungen wird die PP oft kombiniert mit Paradoxer Intention (für die Symptombearbeitung) und Dereflexion (für die Aufmerksamkeitslenkung).
PP bei Selbstunsicherheit vor Gruppen — Längle 1998
Längle hat die PP an der soziophobischen Angst vor Gruppen durchgespielt („Man könnte mich belächeln, weil ich ungeschickt bin, nicht weiter weiß").
PP 1: Die Pointe ist hier nicht Beruhigung, sondern das Eingeständnis des tatsächlich Gegebenen: „Um die Angst überwinden zu können, müssen wir zu dem stehen, was tatsächlich gegeben ist!" — „Ja, das habe ich manchmal. Das kann ich sogar erkennen, so gut bin ich." Denn: „Wenn ich es mir nicht eingestehe, halte ich mich in der Unsicherheit — und bin jedes Mal überrascht. Wenn ich es mir eingestehe, rechne ich damit, dass es wieder kommen kann." Position nach außen: Ich muss damit rechnen, dass ich belächelt werde.
PP 2: Blick auf den Subjektpol — nicht: „Warum will ich nicht unsicher sein?" (wir bleiben auf dem Boden des „Positum"), sondern: „Kann ich das unangenehme Gefühl aushalten? Könnten Sie es einmal, ganz bewusst und freiwillig, auf sich nehmen?" Wer dazu nicht bereit ist, dem wird es gehen wie bisher — „Leben bedeutet, dass wir dieses Risiko auf uns nehmen."
PP 3: „Warum bin ich überhaupt in der Gruppe? Um was geht es mir da?" — „Ich darf dabei ruhig mal unsicher sein, denn darum geht es gar nicht. Und wenn die lächeln, kann ich auch lächeln, weil ich weiß, dass es mir um diese Sache geht — um etwas Größeres als um das Lächeln."
Als Selbstinstruktion vor der nächsten Gruppe: Ich weiß, ich bin manchmal unsicher (PP 1 — sich auf die Realität stellen). Heute bin ich bereit, die Unsicherheit versuchsweise einmal voll aufkommen zu lassen, statt sie zu unterdrücken (PP 2 — sich auf die innere Kraft beziehen). Und ich kann das ertragen, weil ich weiß, worum es mir eigentlich geht (PP 3).
PP bei Depression — die Aktivierungsfrage
Bei Depression wirkt die PP besonders bei den generalisierenden Negativ-Annahmen: „Ich mach' alles falsch", „alle anderen sind besser als ich", „ich werde sicher wieder versagen".
PP 1: Sich in eine phänomenologische Offenheit begeben und die konkreten Situationen vor Augen führen: „Stimmt es wirklich, dass Sie alles falsch machen? Woran sehen Sie das? Was haben Sie konkret falsch gemacht in den letzten Tagen?" — „Wer sagt, dass es falsch ist? Finden Sie auch selbst, dass es falsch war?" (Zeigte sich real Falsches, wäre daran zu arbeiten, wie es besser ginge; zeigt sich nichts Konkretes, geht es weiter zu PP 2.) Im gelungenen Fall setzt ein Verwundertsein ein, dass doch nicht alle Beispiele auf ein Versagen hinweisen.
PP 2: Die bedrängenden Gefühle halten nach PP 1 meist an. Darum ist das wichtigste Element in PP 2, diese Gefühle anzunehmen, sie belassen zu können — statt sie zu bekämpfen und wegzuhaben. Geprüft wird, wie weit ein Leben neben diesen Gefühlen möglich ist: „Haben Sie den Anspruch, immer alles richtig zu machen? Ist es Ihnen möglich, diese eine Tätigkeit durchzuführen, auch wenn dieses alte, bekannte Gefühl dabei assistiert?" Und die Probe aufs Exempel: „Wenn es dieses eine Mal tatsächlich schiefginge — könnten Sie dieses eine Versagen aushalten, oder würden Sie verzweifeln?" — „Brauchen Sie es für heute, bei dieser Aufgabe der Beste zu sein? Oder könnten Sie für dieses eine Mal auf diesen Anspruch verzichten?"
PP 3: Sich für die eigene Motivation einsetzen, sich zu den persönlichen Werten „dazustellen": „Man schlägt sich auf die Seite des Sinn- und Wertvollen." — „Was liegt Ihnen an dieser Aufgabe? Geht es Ihnen darum, etwas zu tun, etwas zu erleben — oder eigentlich darum, keinen Fehler zu machen? Ist Ihnen das Formale wichtiger als das Inhaltliche? Was hat Sie ursprünglich bewogen, diese Sache anzugehen?"
Beraterisch wird hier konfrontativer vorgegangen (der Berater nimmt selbst mehr Stellung); therapeutisch wird darauf geachtet, dass vorhandene Schuldgefühle schon in PP 1 ein Stück weit aufgearbeitet werden und ein tieferer Prozess in Gang kommen kann.
Angst ↔ Depression — die thematische Gewichtung der PP (Blatt 2)
Längle (1994) gewichtet die drei Schritte je nach Gefühlslage unterschiedlich:
PP 1 — Beziehungsaufnahme mit der Realität: Bei ängstlichen Gefühlen ist das Thema Gefahr (Aufgabe: wahrnehmen, sich mit der Realität konfrontieren); bei depressiven Gefühlen ist das Thema Verlust (Aufgabe: Vorstellungen durchbrechen). Beide Male: „Woran sehe ich das?" → überprüfte Wirklichkeit, Trennung von Realität und Möglichkeit/Vorstellung.
PP 2 — Aufgabe der Verabsolutierungen: Die ängstliche fixierende Einstellung lautet „was auf keinen Fall sein darf, damit es gut ist" (Thema Freiheit/Ausgeliefertsein; Aufgabe: Spielraum aufgreifen — „Ich habe die Möglichkeit und den Mut, es einmal anders zu machen"). Die depressive lautet „was auf jeden Fall sein muss, damit es gut ist" (Thema Werte; Aufgabe: Verlust aushalten — „Es ist nicht alles verloren, wenn es schiefgeht; es gibt noch andere Werte"). → situationsangemessene Einstellung.
PP 3 — Hinwendung zum motivierenden Wert: Angstseite: Aufgeben des Verbannens dessen, was nicht sein darf. Depressionsseite: Aufgabe des Vergleichens mit anderen oder Normen (es geht nicht um Versagen oder Bessersein). Beide: Hinwendung zu dem, was da ist und was die Situation bietet → Offenheit für den Eigenwert der Situation.
Wichtig: PP funktioniert bei depressiven Klienten nur, wenn die 1. GM einigermaßen trägt — wo das eine Mal wirklich nicht ausgehalten werden kann, ist der kritische Punkt aufgedeckt und es braucht Arbeit an der 1. GM (Halt, biographische Aufarbeitung).
PP ↔ kognitive Therapie — Verwandtschaft und Unterschied
Die PP teilt mit der kognitiven Verhaltenstherapie das Element der Realitätsprüfung. PP 1 sieht oberflächlich aus wie eine kognitive Umstrukturierung. Aber:
Die KVT bleibt im Wesentlichen bei der Kognition. „Ist der Gedanke realistisch?“
Die PP geht weiter zur Position der Person. Auch wenn der Gedanke nicht realistisch ist — was ist mein Stand dazu? Und worum geht es mir eigentlich?
PP 2 (Selbst-Distanzierung) und PP 3 (Selbst-Transzendenz) sind genuin personale Bewegungen, die die KVT nicht macht. Die PP arbeitet also nicht nur am Gedanken — sie arbeitet an der Person, die den Gedanken hat.
PP in der Selbstanwendung
Eine Stärke der PP: sie ist gut als Selbstanwendung lehrbar. Klienten können die drei Schritte als Werkzeug in den Alltag mitnehmen — wenn die Angst kommt, durchgehen:
„Stimmt das, was ich gerade fürchte?“
„Könnte ich es aushalten, wenn es käme?“
„Was will ich eigentlich gerade?“
Bei vielen Angstpatienten ist das die einzige Methode, die sie nach 6 Monaten Therapie noch aktiv anwenden. Sie wird zur inneren Routine.
Therapie· PP im Akutfall
Eine Panik im Wartezimmer
Klientin im Wartezimmer der Therapeutin, kurz vor Beginn — schwere Panik. „Ich bekomme keine Luft. Ich glaube, ich falle gleich um. Mich sieht hier jeder.“ Die Therapeutin: „Setzen Sie sich. Wir machen das mal in drei Schritten zusammen. Erstens — schauen Sie sich um. Schaut Sie hier wirklich jemand an?“ — „Nein, eigentlich nicht.“ — „Zweitens. Angenommen, es würde Sie wirklich jemand anschauen. Was wäre das Schlimmste, das passieren könnte?“ — „Dass ich peinlich wirke.“ — „Könnten Sie das aushalten, wenn jemand Sie peinlich findet?“ Pause. „Ja… eigentlich schon.“ — „Drittens. Was haben Sie sich für die Stunde vorgenommen?“ — „Ich wollte über meinen Vater reden.“ — „Das ist Ihnen wichtig?“ — „Ja, sehr.“ Klientin atmet tief. Die Panik ist im Wesentlichen weg.
Sichtbar: PP als Akut-Werkzeug. Drei kurze Schritte, fünf Minuten, und die Panik ist durchbrochen. Das funktioniert nicht, weil die Methode magisch ist — sondern weil sie an drei verschiedenen Stellen den Sog der Angst unterbricht: Realität, eigene Kraft, Wert. An jeder Stelle wird die Person aktiv aus der Passivierung herausgeholt.
Längle, A. (Hrsg.) (2016). Lexikon der Existenzanalyse und Logotherapie (4., erw. Aufl.). Wien: GLE. Stichworte: Personale Positionsfindung (PP).
Längle, A. (1994). Die Personale Positionsfindung (PP). In: Bulletin GLE 10, 3, 6–21 (Grundlagenpublikation)
Längle, A. (1997). Die personale Positionsfindung (PP) in der Angsttherapie. In: Klinische Psychotherapie, Springer, Wien, 284–297.
Längle, A. (1987/94/03). Die Personale Positionsfindung (PP) — Handout „Blatt 1" (Indikation, Schritte, Ziele, Wirkelemente, Hauptfragen) und „Blatt 2" (thematische Gewichtung Angst/Depression).
Längle, A. (1998). PP bei Selbstunsicherheit vor Gruppen — Gesprächsprotokoll/Handout.
Längle, A. PP bei Depression — Handout (PP 1–3 an depressiven Kognitionen).
Längle, S. (2001). Die Methodenstruktur der Logotherapie und Existenzanalyse. In: Existenzanalyse 19, 2+3 — PP als ressourcenmobilisierende, vertiefende Arbeit an der Selbstdistanzierung.
Fischer-Danzinger D., Janout U. (2000). Die personale Positionsfindung. In: Existenzanalyse 17, 1, 42–46.