Existentielle Themen

Existentielle Themen I

Wo die Grundmotivationen das Was und die Methoden das Wie bilden, geht es in den existentiellen Themen um das Worin: jene anthropologischen Tiefenphänomene, die durch alle GMs hindurchziehen — Wille, Wert, Gefühl, Spüren, Berührtsein. Sie sind die Substanz, an der Existenzanalyse arbeitet.

Meta · 60-Sekunden-Take

Fünf Themen, die quer durch das EA-System laufen. Wille & Freiheit — der Wille als Ja zu einem gewählten Wert, getragen vom Lassen. Wertberührung — wie Werte über das Gefühl entdeckt werden, mit dem Grundwert als Tiefenkonstante. Emotion — die Emotionstheorie der EA: Gefühle als realistische Wahrnehmungen von Lebensrelevantem. Fühlen und Spüren — zwei Hauptformen des Gefühls: Nahsinn (Leben) und Fernsinn (Wesen). Bergen des Berührtseins — die Basisarbeit der PEA-1: primäre Emotionalität phänomenologisch heben.

Existentielle Themen I — Gefühl, Wert, Wille

Existentielle Themen II — Person, Beziehung, Lebenslauf

Gewissen

Gewissen & Ethik

Stimmigkeit als Schwebung zwischen eigenem und wahrgenommenem Wesen. Zwei Bewegungen: zum Anderen (Ethik) und auf sich zurück (Moral).

Schutz

Scham

Hüterin der Intimität (Schutz der Intimität) zwischen intimem und öffentlichem Pol: schützt das Eigene, erhält Würde und Ansehen, ermöglicht Begegnung. Sich-Schämen als verletzte Scham, „falsche Scham" und Coping.

Selbst

Authentizität

Vier Quellen der Identität (Körper, Gefühl, Person-Sein, Handeln). Drei Reaktionen auf Identitätsverlust: Explosion · Verhärtung · Pendeln.

Eros

Liebe & Sexualität

Stufung Geschlechtlichkeit – Erotik – Sexualität: Geschlechtlichkeit · Erotik · Sexualität · Liebe. Frankl: Sexualtrieb erzeugt Lust, Erotik Freude, Liebe Glück.

Sein-Struktur

Grenze · Schlüssel zur Existenz

„Ohne Grenze gäbe es nichts." Funktionen der Grenze (u. a. Schutz — „Sein zu ermöglichen“ —, Beachtung, Identität, Begegnung). Grenze in den vier GMs. Plenarvortrag Längle 2016.

Werden

Entwicklungspsychologie

Stern × Längle: die fünf Selbst-Stufen mit den vier GMs synchronisiert (Krivtsova 2012). Lebensabschnitte in 15-Jahres-Zyklen.

Reifung

Alter

Die existentiellen Aufgaben des Alters mit ihrer Pathologie: Unverfügbarkeit/Angst · Vergänglichkeit/Depression · Begrenztheit/Hysterie · Sinnfrage. Aktives Lassen als Reife.

Resilienz

Hoffnung

Mehr als ein Gefühl, kein bloßer Optimismus — sondern Treue zum Wert. Drei Akte: Treue · Sein-Lassen · Verbundenheit/Transzendenz. Empirisch resilienzfördernd.

Transzendenz

Spiritualität

Längle 2005 (Erstveröffentlichung): Die transzendentale Tiefenschicht der vier GMs — Seinsgrund · Grundwert · Ich-Unfaßlichkeit · ontologischer Sinn. „Geist erfahren inmitten des Lebens."

Der rote Faden

Themen I arbeitet sich von den Grundlagen des Erlebens herauf: Wertberührung beschreibt, wie etwas überhaupt zum Wert wird — über das Gefühl. Emotion entwickelt die Theorie dazu. Fühlen und Spüren differenziert zwei Hauptformen. Bergen des Berührtseins zeigt die therapeutische Praxis. Wille & Freiheit baut auf all dem auf: Wollen heißt Ja zu einem gefühlten Wert.

Themen II erweitert um die Person-, Beziehungs- und Lebenslauf-Dimension: Gewissen als personale Stimmigkeit, Scham als Hüterin der Intimität (Schutz der Intimität), Authentizität als doppelte Wende. Liebe & Sexualität ordnet die vier Schichten geschlechtlichen Lebens. Entwicklungspsychologie verknüpft Stern und Längle. Alter und Hoffnung schließen den existentiellen Lebensbogen.

Inhaltlich verbinden sich diese Themen mit allen vier GMs (Wertfühlen → 2. GM, Spüren → 3. GM, Wille → 4. GM, Scham/Authentizität → 3. GM, Gewissen/Sinn → 4. GM) und sind die anthropologische Grundlage der PEA-Methodik.

Quellen
  • Sammelübersicht — die vollständigen, präzisen Quellenangaben stehen auf den jeweiligen Themenseiten (Emotion, Fühlen & Spüren, Bergen des Berührtseins, Wertberührung, Gewissen, Scham, Authentizität, Wille & Freiheit, Grenze, Liebe/Sexualität, Entwicklungspsychologie, Alter, Hoffnung, Spiritualität).
  • Zentrale Texte: Längle 2003 (Emotion & Existenz) · 2010 (Existenzanalytische Emotionslehre) · 2013 („Das Richtige spüren?") · 2016 (Wertberührung; Grenzen-Plenarvortrag, Existenzanalyse 33/2) · Thun 1999 (Authentizität) · 2012 (Wille & Freiheit) · Krivtsova 2012/2014 (Entwicklung) · Lesebuch 2005 (Spiritualität) · EA-Lexikon 2016.