Störungen · Lernfragen

Quiz · Trauma

12 Lernfragen zum Trauma-Block — Anki-tauglich aufbereitet.

Meta · 60-Sekunden-Take

Sammlung zur Prüfungsvorbereitung. Jede Frage steht im Summary — die Antwort öffnet sich beim Aufklappen. Empfohlene Nutzung: Frage lesen, Antwort innerlich formulieren, dann öffnen und vergleichen.

12 Prüfungsfragen

Q1 · Womit ist der Mensch im Trauma laut Längle primär konfrontiert — Angst oder Entsetzen? Definiere Entsetzen.

Mit Entsetzen: „fassungsloses Unverständnis vor etwas Fremdem, dessen Vorhandensein als unmöglich angesehen wurde." Während Angst dem potentiellen Nichts begegnet, begegnet Entsetzen dem überwältigenden Sein (Levinas).

Q2 · Welche vier Grundbezüge sprengt das Trauma laut existenzanalytischem Modell?

Welt-, Lebens-, Selbst- und Sinnbezug. Längle spricht von „existentieller Ur-Dissoziation".

Q3 · Nenne die drei Symptomkategorien der PTBS nach DSM/ICD.

Wiedererleben (Intrusionen), Vermeidungsverhalten, anhaltende erhöhte Erregbarkeit.

Q4 · Welche 5 Merkmale der „andauernden Persönlichkeitsveränderung nach Extrembelastung" (ICD-10 F62.0) nennt Längle?

Misstrauisch-feindliche Haltung · sozialer Rückzug · Leeregefühle/Hoffnungslosigkeit · chronische Nervosität/Bedrohtsein · Entfremdung.

Q5 · Was sind die drei Schutzelemente der „PEA in Distanz"?

1. Die Gefühle HEUTE (sichere Distanz). 2. Für einen MENSCHEN, der so etwas durchmachen muss. 3. Möglichst GEMEINSAM mit Therapeut.

Q6 · Nenne das Drei-Phasen-Modell der Traumatherapie (Janet/Reddemann) und die zugeordneten GM.

1. Stabilisierung (1. GM) · 2. Bearbeitung/Konfrontation (2. + 3. GM) · 3. Integration/Neubeginn (4. GM).

Q7 · Welcher Schwerpunkt-Grundbezug ist beim schweren Trauma primär getroffen?

Der Weltbezug (1. GM) — das Grundvertrauen wird zerstört.

Q8 · Wie lautet Frankls berühmte Formel der existentiellen Trotzhaltung?

Trotzdem Ja zum Leben sagen."

Q9 · Was ist nach Längle ein „Kunstfehler" in der Trauma-Therapie?

Mit der Bearbeitung des Traumas zu beginnen, bevor Schutz, Boden und Ressourcen ausreichend aufgebaut sind. Folge: Retraumatisierung.

Q10 · Nenne mindestens vier Kontraindikationen für die Trauma-Konfrontation.

Emotionale/kognitive Instabilität · Dissoziationen · Psychose · akute Suizidalität · Täterkontakt · schwere Erkrankungen.

Q11 · Warum ist die PTBS laut Längle ein „Leidens-Zustand" statt eines „Leidens-Prozesses"?

Weil die personale Verarbeitungsfähigkeit (PEA) blockiert ist — „protrahierte PEA-Lähmung". Der Mensch kann nicht leiden, sondern erstarrt. Daher braucht es zuerst Strukturbildung, bevor ein Prozess möglich wird.

Q12 · Was bedeutet „Posttraumatic Growth" existenzanalytisch?

Neufundierung der existentiellen Strukturen, in der nun auch Raum für das Ungeheuerliche gefunden wird. Folgen: tiefere Wertschätzung des Lebens, sinnvollere Beziehungen, deutlicheres Gefühl für persönliche Kraft, reicheres spirituelles Leben (Tedeschi/Calhoun 2004).

Fall-Beispiel

Fall· Prüfungssimulation

„Wie würden Sie eine Trauma-Therapie aufbauen?"

Klassische Prüfungsfrage. Erwartete Antwort: Strikt das Drei-Phasen-Modell. Phase 1 Stabilisierung (1. GM) — Management der Umstände, Schutz vor Täterkontakt, Affektregulation, sicherer Ort, Atem, erste Halt-Ressourcen. Dauer: Wochen bis Monate, bei komplexem Trauma länger. Erst bei Stabilitätskriterien nach Reddemann (Affektsteuerung, Selbstberuhigung, Dissoziation unter Kontrolle) Übergang in Phase 2. Phase 2 PEA in Distanz mit den drei Schutzelementen (heute · für einen Menschen · gemeinsam), sequenziertes Vorgehen, niemals das ganze Trauma auf einmal. Phase 3 Integration — Sinnperspektive ohne Sinngebung des Schreckens, Neufundierung der existentiellen Strukturen, ggf. posttraumatic growth. Kontraindikationen für Phase 2 stets prüfen.

Quellen
  • Längle, A. · Gesammelte Trauma-Schriften 2005–2017
  • Reddemann, L. · Imagination als heilsame Kraft
  • WHO · ICD-10 F62.0