Störungen · Lernfragen

Quiz · Depression

14 Lernfragen aus Längles Prüfungsfragenkatalog 2006 (Therapieausbildung) — Anki-tauglich aufbereitet.

Meta · 60-Sekunden-Take

Diese Sammlung dient der Prüfungsvorbereitung. Jede Frage steht im Summary — die Längle-Antwort öffnet sich beim Aufklappen. Empfohlene Nutzung: Frage lesen, Antwort innerlich formulieren, dann öffnen und vergleichen. Ankoder können die Q/A-Paare direkt übernehmen.

14 Prüfungsfragen

Q1 · Welche Funktion ist in der Depression primär erkrankt — Denken, Gedächtnis, Stimmung?

Die Stimmung (Gemüt). Depression ist eine Gemütskrankheit, im Gegensatz zur Denkstörung bei Schizophrenie und Intuitionsstörung bei Paranoia.

Q2 · Was sind die beiden Grundformen der Depression nach Längle und wie unterscheiden sie sich im Erleben?

De-Pression: von außen kommend, niedergedrückt von Lasten („E-Werte"), Blickrichtung zuerst auf Welt/Probleme, Reaktion: Agitation, Wut gegen die Welt, Angst als Motor. Schwer-Mut / Melancholie: von innen kommend, Versiegen der Lebensquelle („P-Werte"), Blickrichtung zuerst auf eigene Schwäche, Reaktion: Absicherung durch Ordentlichkeit (Tellenbachs Typus melancholicus), Autoaggression.

Q3 · Was sind die vier Kernsymptome der endogenen Depression?

(a) Störung des Antriebs. (b) Störung der Befindlichkeit (mit morgendlichem Pessimum). (c) Störung der Affizierbarkeit (spricht nur auf Negatives an, Grübeln). (d) Störung des Biorhythmus (Schlaf, Appetit, Drüsen, saisonale Häufung April/Mai, Okt/Nov).

Q4 · Was ist der Unterschied zwischen Trauer und Depression?

Trauer ist aktive Verarbeitung eines Verlustes (man trauert über etwas); Depression ist passive Lähmung (man leidet unter Depression). In der Trauer bleiben Affektivität, Entschluss-, Liebes-, Freudefähigkeit erhalten — in der Depression nicht. Trauer, die nicht gelingt, kippt in die Depression.

Q5 · Was sind die gemeinsamen Folgen depressiven und melancholischen Erlebens?

Versagensgefühle, Schuldgefühle, Wertlosigkeit des Lebens / von sich, Freudlosigkeit, Unfreiheit (Nicht-entkommen-Können), Erschöpfung.

Q6 · Welche drei inhaltlichen Entstehungsmuster der Depression unterscheidet Längle?

I. Defizitleben („zu kurz gekommen", Lebensdepression). II. Gefühlsblockade / Wertverlust („zu viel erlitten", Beziehungsdepression). III. Vitalitätsmangel („zu schwach", Versagensdepression — endogen / depressive Persönlichkeit).

Q7 · Was ist die „Gretchenfrage des Depressiven" aus existenzieller Sicht?

„Ist das ein Leben, das ich habe, wert gelebt zu werden — auch unter diesen Umständen?" — und daran anschließend: „Bin ich bereit, es auf mich zu nehmen, wie es ist?"

Q8 · Nennen Sie die vier Schritte am „Tor des Sterbens".

1. Verstehen des Lebensunwertes (Nähe, Zuwendung, Beziehung). 2. Gründe gegen den SM aktivieren (frühere und noch bestehende Wertbezüge). 3. Gefühlter SM — Zulassen des Gedankens, nicht dagegenstellen, Vertiefungsfrage „ruhiger oder unruhiger?". 4. Personale Begegnung als Schutznetz („Mir würde es schlecht gehen").

Q9 · Was ist das zentrale, tiefste Thema der EA in der Behandlung der Depression?

Nicht das Leben, nicht die Aggression, nicht die erlernte Hilflosigkeit — sondern meine Beziehung / meine Haltung zum Leben. Depression = Beziehungsstörung zum Leben.

Q10 · Welche Rolle spielt die Angst bei neurotischer vs. endogener Depression?

Neurotisch: Angst ist Motor (Komorbidität 60–80 %), Angst vor Gefühlen und neuen Verlusten. Endogen: Angst ist häufig erstes Symptom (Phase 1: Angst vor dem Unheimlichen; später Erwartungsangst, Suizidgefahr); in der Phase selbst versiegt die Angst.

Q11 · Was ist das „depressive Paradox"?

„Wenn es dem Depressiven schlecht geht, geht es ihm besser." Die Krankheit entlastet von Ansprüchen und Schuldgefühlen — depressive Krankheit als Schutz vor pathogenen Ansprüchen. Erklärt Chronifizierung und Therapiewiderstand.

Q12 · Nennen Sie die kognitiven Stile der Depression entsprechend der Beck'schen Triade.

Negative Haltung zur Welt („die Welt ist schlecht"); negative Selbstsicht mit interner Attribution des Negativen („ich bin schlecht"); negative Zukunftssicht / Perspektivenlosigkeit („es hilft eh nichts").

Q13 · Was bedeutet „Erschöpfungsverbot" in der Therapie der endogenen Depression?

„Sie dürfen alles tun, unter einer Bedingung: es darf keine Anstrengung sein." Selbstbegrenzung auf das, was man jetzt kann; nicht gegen Leben und Realität leben. Das Schwerste ist nichts zu tun — sich einfach sein zu lassen.

Q14 · Was sind die drei Voraussetzungen echter Verantwortung (zur Abgrenzung depressiver Schuldgefühle)?

1. Eine Beziehung (sonst Pflicht oder Haftung). 2. Eine sachliche Zuständigkeit. 3. Freiwilligkeit. Fehlen diese, handelt es sich um diffuse Verantwortungsgefühle, die depressive Schuldgefühle erzeugen.

Fall-Beispiel

Fall· Prüfungssimulation

„Wie würden Sie diagnostisch vorgehen?"

Klassische Prüfungsfrage: Patientin, 53 Jahre, depressive Symptomatik nach Verkehrsunfall mit Tod von Mutter und Verlobten. Erwartete Antwort: Major Depression mit neurotischem Schwerpunkt und somatischer Beteiligung — keine Phasen. Verständnis: Trauerblockade. Therapieeinstieg: Beziehung, Entlastung, Erleben. Tiefer: PEA. (Siehe ausgearbeiteten Übungsfall.)

Quellen
  • 7_Pruefungskatalog_7_Depression_-_Th_-_Studenten.pdf · GLE 2006