Methoden

Methoden der Existenzanalyse

Wo die Grundmotivationen das Was der EA bilden, beschreiben die Methoden ihr Wie. Sie machen die anthropologischen und motivationalen Einsichten praktisch zugänglich — als Wege, mit der Person zu arbeiten.

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Die EA hat vier zentrale Methoden: die PEA als Hauptmethode (Personale Existenzanalyse — vier Schritte vom Eindruck zum Ausdruck); die Phänomenologie als Haltung, die jede EA-Begegnung trägt; die Diagnostik als dreischichtiger Pfad (phänomenologisch, klassifikatorisch, existenzanalytisch); und die PP (Personale Positionsfindung) als stabilisierendes Verfahren bei Angst, Depression, Passivierung. Dazu zwei klassische franklsche Techniken: Paradoxe Intention und Dereflexion.

Die vier Methoden

Wie die Methoden zueinander stehen

Sie überlappen sich, ergänzen sich, bauen aufeinander auf:

Phänomenologie
Die Grundhaltung. Sie ist in jeder anderen Methode enthalten — die PEA ohne phänomenologische Haltung wäre eine kalte Technik.
PEA
Die zentrale Methode. Macht den Personprozess (Eindruck → Stellungnahme → Ausdruck) explizit übbar. Längle nennt das die personale Wende der EA (um 1990).
PP
Vorläuferin der PEA. Inhaltlich eine Ausgestaltung des PEA-Schritts 2 (Stellungnahme). Stabilisierend und stützend, gut zugänglich auch für labile Klienten.
Diagnostik
Steht vor der Wahl der Methode. Sie sagt, welche Methode angezeigt ist — und welche Grundmotivation im Vordergrund steht.

Weitere Methoden — eigene Seiten

Über die vier zentralen Methoden hinaus hat die EA eine reiche methodische Werkzeugkiste. Jede dieser Methoden hat eine eigene Seite:

Frankl 1929. Bei Zwängen, Phobien, Schlafstörungen: das Befürchtete übertrieben wünschen. Wirkt durch Selbstdistanzierung. „Trotzmacht des Geistes“.
Frankl 1947. Bei Hyperreflexion (Schlaf, Sexualität, Spontaneität): Aufmerksamkeit vom Symptom weg, hin zu einem Wert. Wirkt durch Selbsttranszendenz.
Längle 1988. Vier Schritte: Wahrnehmen — Werten — Wählen — Wirken. Vorform der vier GMs. Indikation: Sinn-Klärung, Entscheidungen.
Längle 1986/87. Phänomenologische Dialogübung im Hypnoid. Übt die Haltfindung leiblich ein — besonders wertvoll bei 1.-GM-Verlust.
Spezielle PEA-Anwendung für biographische Inhalte. Verbindet aktuelle Lebensthemen mit ihren biographischen Wurzeln.
Längle 1986. Fünf Schritte gegen „Willensschwäche“ — verstanden als Wertberührungs-Defizit. Klassische Indikation: Suchtmotivation.
Methodischer Strang von 1991. Wie werden Werte phänomenologisch zugänglich? Berührtsein als Grundlage von Wert, Wille und Sinn.

Methoden ↔ Indikationen

Welche Methode für welches Problem? Eine Orientierungstafel:

Angststörungen
PP (Stabilisierung) · Paradoxe Intention · Dereflexion · später PEA
Depression
PP (Aktivierung, Realitätsprüfung) · Wertearbeit · PEA bei besserem Stand
Persönlichkeitsstörungen
PEA als Hauptmethode · Biographische EA · in Krisen PP
Trauma
PEA in Distanz · Stabilisierung zuerst · sehr behutsam
Sinnverlust / noogene Neurose
SEM · Wertearbeit · Logotherapie i.e.S.
Beziehungs- & Begegnungsthemen
PEA · phänomenologische Haltung · Begegnungsarbeit
Quellen
  • 10_-Trauma-Aufarbeitung-PEA.pdf · PEA in der Traumatherapie
  • 10_1-Traumaseminar.pdf
  • Phaenomenologie-in-der-Praxis.pdf · Längle (2007)
  • Diagnostik-in-der-Existenzanalyse.pdf
  • 1512855474_Diagnoseprozess_-_Bartuska_2004.pdf
  • 1549110759_EA-Lexikon-12-2016-10-1.pdf · Stichworte: PEA, PP, Phänomenologische Haltung, Diagnostik, Dereflexion, Paradoxe Intention